Traktor, Tiere und Gemüse
Landwirtschaft in Berlin? Mit der U-Bahn direkt zum Acker? Klar gibt’s das! Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf befindet sich die Domäne Dahlem. Der besondere Bio-Bauernhof in der Großstadt liegt auf einem ehemaligen märkischen Rittergut: Seit mehr als 800 Jahren wird dieser Boden landwirtschaftlich genutzt. Als offenes Schaufenster zeigt die Stiftung hier die Entwicklung der Ernährungs- und Agrarkultur und umfasst altes Handwerk, Ackerbau, Gemüseanbau, Obstanbau, Landschaftspflege, aber auch Tierhaltung von Rassen, die vom Aussterben bedroht sind. Die Domäne Dahlem bietet vieles: ein historisches Landgut, Freilichtmuseum, Landgasthaus, Hofladen, Ausstellungen, Führungen und Workshops. „Vom Acker bis zum Teller“ ist der Grundgedanke: alle Präsentationen und Aktionen orientieren sich an der zusammenhängenden Nahrungskette. Seit Kurzem gibt es auch einen spannenden Spielplatz auf dem Gelände.
Das Thema des neuen, von Zimmer.Obst gestalteten Spielplatzes steht ganz unter diesem Leitmotiv und zahlreiche Bauernhofelemente laden zum Erkunden ein. Die landschaftsarchitektonische Gestaltung oblag dem Berliner Büro Geskes und Hack, während der Entwurf und die Produktion der Geräte von Zimmer.Obst realisiert worden sind. Im Vorfeld wurde unter Beteiligung von rund 150 Kindern und fast 100 Erwachsenen das Spielplatzthema detailliert erarbeitet. Die Wünsche und Ideen sind direkt in die Gestaltung eingeflossen und nun kann das Leben auf dem Gutshof spielerisch nachempfunden werden.
Liebevoll gestaltet auf 400 m²
Gegenüber der gastronomischen Einrichtung „Landgasthaus“ befindet sich der Spielplatz auf einer Fläche von 400 m². Baumstämme bilden die Randbegrenzung zum Weg bzw. grenzen am nördlichen Ende große Baumstammbänke mit Rückenlehne den Bereich ab und bieten zugleich den erwachsenen Begleitpersonen eine Sitzgelegenheit. Alter Baumbestand sorgt für Sonnenschutz: Die Baumkronen von zwei Ahornbäumen und einer Linde überfangen einen Teil der Spielanlage. Der Boder des gesamten Spielbereiches ist mit Holzhackschnitzeln als Fallschutz bedeckt.
Für ein breites Spektrum an Altersgruppen sind die Spielgeräte – allesamt aus Holz – ausgelegt: für Klein- bis Schulkinder ist ein Spielangebot umgesetzt worden. Im Zentrum steht die Großskulptur Traktor: Sie befindet sich mittig auf dem in etwa rechteckigen Grundriss, ragt am höchsten empor und bietet vielfältige Spielwerte für die größeren Kinder: Klettern, Rutschen, Verstecken und Rollenspiel. Das Hauptmaterial des großen Treckers ist Eichenholz, das teilweise grün lackiert ist. Aber auch wiederverwendete originale Traktorräder aus Gummi sind elementarer Bestandteil des circa 5,50 m langen, 4,60 m breiten und 2,70 m hohen Geräts. Als Aufstieg dient am hinteren Ende ein breites Kletternetz aus schwarzem Herkulesseil. Hierüber kann die Fahrerkabine erklommen werden. Sie ist ausgestattet mit einem drehbaren Lenkrad aus Edelstahl, bunten Holzknöpfen in der Armatur sowie einer grünen Sitzschale, die wie die Räder ein Original-Traktorteil ist. Seitlich führen wahlweise eine Rutschstange oder eine Kastenrutsche (Anbauhöhe 1,50 m) jeweils aus Edelstahl hinunter. Von der Fahrerkabine kann aber auch die hölzerne Motorhaube beklettert werden oder in knapp 1 Meter Höhe an ihr entlang balanciert werden. Wiederum darunter im Motorraum eröffnet sich eine spannende Durchkriech- und Versteckmöglichkeit.
Kletterkuh, Wipphuhn und Möhrenschaukel
Östlich des Traktors am Übergang zum Weg ist ein Podest, der wie eine flache Werkzeugkiste aussieht, positioniert. Es lädt als 2 x 2 Meter große Plattform zum Sitzen, Liegen oder Kleinkinder zum gestützten Herumlaufen ein. Südlich von dieser Chillmöglichkeit leiten ca. 40 cm hohe geschnitzte Spielskulpturen in Form von Gemüse in das Spielfeld hinein: Blumen-, Grün- und Rotkohl sind aus Eichenholz geschnitzt und bemalt.
Weitere liebevoll in Handarbeit erstellte und detailliert bemalte Holzskulpturen nehmen Bezug auf das Thema Landwirtschaft und Nahrungskette: Ein Huhn lädt zum Wippen ein. Drei weitere schwarz-weiße Holzhühner stehen auf dem Bode, unweit lauert ein geschnitzter Fuchs.
Etwas abseits dieser Tiergruppe ist zwischen zwei Pfosten in Form von Möhren eine Bauchschaukel für Kleinkinder gespannt.
Ein zweites, kleineres Werkzeugkistenpodest (1,10 x 1,10 m) befindet sich nördlich des zentralen Traktors. Daneben steht die Reckstange, deren hölzerne Pfosten wie sprießende Grashalme aussehen, und die zum Hochziehen, Schwingen, Turnen oder Hängenlassen usw. anregt.
Zum Klettern, Verstecken und Rollenspiel animiert die Kletterskulptur in Form einer liegenden Kuh. Sie ist knapp 60 cm breit, 1,00 m hoch und ca. 2,10 m lang und besteht aus Eichenholzdielung und braun lackierter Dreischichtholzplatte. Während der Kuhrücken als Standfläche für die Kinder dient, ist darunter eine Kriech- und Versteckmöglichkeit ausgestaltet – Plexiglasscheiben in Rot und Orange lassen farbiges Licht in diesen Bereich einfallen.
Drei, geschnitzte, 40 cm hohe Spielskulpturen als Kürbisse sind im westlichen Randbereich. Baumstämme mit Rückenlehne schließen die Spielanlage ab.
Der Spielplatz ist so gestaltet, dass für alle Altersgruppen etwas dabei ist: Die zum Thema Bauernhof und Nahrungskette gestalteten Geräte fördern bei Klein- und Kitakindern bis etwa 4 Jahre die fein- und grobmotorischen Fähigkeiten, Kommunikation und Kreativität. Die Förderung der Koordination und Beweglichkeit sowie Kraft und Bewegung steht bei Kindern im Schulalter im Vordergrund.
Mehr erfahren über die Stiftung Domäne Dahlem: http://www.domaene-dahlem.de
Baujahr
2026
Standort
Domäne Dahlem
Königin-Luise-Straße 49, 14195 Berlin
Auftraggeberin
Stiftung Domäne Dahlem – Landgut und Museum, Berlin
Landschaftsarchitektur
Geskes und Hack Landschaftsarchitekten, Berlin
Entwurf+Herstellung
Zimmer.Obst GmbH, Spreenhagen
Fotos
Christo Libuda (Lichtschwärmer)












